"Eisernen Vorhang" abgestrampelt

11.06.2014: Artikel, erschienen auf Oberpfalznetz.de vom 11.06.2014

Europäischer Fernradweg verbindet Ost und West - Erinnerung an die einst gewaltsame Teilung

Tirschenreuth. (wg/bz) Nahezu ein halbes Jahrhundert trennte der "Eiserne Vorhang" gewaltsam Europa in Ost und West. Diese Teilung mit dem Fahrrad im wahrsten Sinne des Wortes "erfahrbar" zu machen, ist das Ziel des europäischen Radwanderwegs "Euro Velo 13", der auch durch das Stiftland führt.

Zu Pfingsten machte sich eine 40-köpfige Truppe in Asch auf den Weg, um über den Oberpfälzer und Bayerischen Wald rund 600 Kilometer bis hinunter nach Ober- und Niederösterreich an den Fall des "Eisernen Vorhangs" vor 25 Jahren zu erinnern. Wegen der tropischen Hitze mussten die Teilnehmer aus Tschechien, Polen, Deutschland und Österreich einige Pausen mehr als geplant einlegen und machten unter anderem auch in Neualbenreuth und Mähring Station.

Peter Knott, Tourismusreferent des Landkreises, und die Bürgermeister Klaus Meyer und Josef Schmidkonz empfingen die Gäste, darunter auch den Präsidenten der Region Karlsbad, Dr. Josef Novotny. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, selbst begeisterter Radsportler, war von Tirschenreuth aus zum Forellenhof nach Treppenstein geradelt und begleitete die Gruppe anschließend ein Stück.

"Europa wächst zusammen. Was oben in der großen Politik passiert ist wichtig. Aber wichtiger ist, dass sich die Menschen begegnen." Bürgermeister Schmidkonz erinnerte auch an die Todesschüsse tschechischer Grenzsoldaten 1986 auf den pensionierten Oberstleutnant Hans Dick aus Amberg, der auf einer Wanderung entlang der Grenze zufällig in die Flucht zweier junger Polen hineingezogen worden war.

Dr. Novotny ging auf die Hintergründe der Radfahrwoche ein. Der Fall des "Eisernen Vorhangs" vor 25 Jahren müsse gefeiert werden. Der jetzt entstandene Radweg beginne an der Barentssee und führe über das Grüne Band Europas. Die Karlsbader Region habe sich den Aktivitäten des "Euro Velo 13 - Radweg Eiserner Vorhang" vor zwei Jahren angeschlossen, weil sich hier noch jede menge Entwicklungschancen böten.