Gabriel muss Grünes Band in Deutschland sichern und europaweit knüpfen

14.08.2008: "Grünes Band" mit nachhaltigem Tourismus für zukünftige Generationen sichern

Zum morgigen Besuch des "Grünen Bandes" durch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärt Michael Cramer, Berliner Europaabgeordneter und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Der Besuch des Umweltministers Sigmar Gabriel am "Grünen Band" im Thüringer Wald am morgigen Freitag ist zu begrüßen. Abzuwarten bleibt, ob er sich endlich für die nachhaltige Sicherung des Landschaftsdenkmals einsetzen wird.

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen, der im Kalten Krieg Ost- und Westeuropa teilte, konnte sich aufgrund der Ruhe und Abgeschiedenheit über fast vier Jahrzehnte ein zusammenhängendes Band wertvoller Biotope entwickeln, das heutige "Grüne Band". Es durchzieht ganz Europa von der Barentssee im Norden bis und zum Schwarzen Meer im Süden. Doch dieser stumme Naturzeuge der jahrzehntelangen Spaltung unseres Kontinents durch den Eisernen Vorhang wird zunehmend durch die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzung und den Bau von Straßen und Industriegebieten bedroht. Rund 15 % der Fläche des "Grünen Bandes" sind bereits beeinträchtigt oder zerstört. Um eine weitere Zerschneidung und Zerstörung zu verhindern, ist eine rechtliche Sicherung des gesamten Streifens dringend erforderlich. Die Bundesregierung muss endlich den Versprechungen ihres vor drei (!) Jahren abgeschlossenen Koalitionsvertrags nachkommen.

Deshalb ist Minister Gabriel aufgefordert, die bundeseigenen Flächen endlich kostenlos auf die für den Naturschutz zuständigen Länder zu übertragen und keinen Verkauf der Flächen an Privatpersonen mehr zuzulassen. Denn 65% der Flächen des "Grünen Bands" sind in Bundesbesitz. Nur so kann das "Grüne Band" als lebendiges Denkmal deutscher Zeitgeschichte auch für zukünftige Generationen gesichert werden.

Zugleich ist es wichtig, Naturschutz und gelebte Erinnerung miteinander zu verbinden. Dies kann besonders gut durch den Europa-Radweg "Eiserner Vorhang" geleistet werden, der im ehemaligen Grenzstreifen europäische Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar macht und zugleich zur Entdeckung der Biotope einlädt. Aus diesem Grund fordere ich die Bundesregierung auf, auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz den Antrag Sachsen-Anhalts auf Aufnahme des Deutsch-Deutschen Radwegs in den Europa-Radweg "Eiserner Vorhang" zu unterstützen."

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