der südliche Teil


Tschechische Republik, Slowakei und Österreich

Alles im Blick - ehemaliger Beobachtungsturm der tschechischen Grenztruppen auf dem Havran (Rabenberg)

Wo sich früher die Grenzen der Tschechoslowakei, der DDR und der Bundesrepublik Deutschland trafen, beginnt diese Etappe des Europa-Radwegs Eiserner Vorhang. Der Startpunkt liegt nahe Hranice in der Tschechischen Republik. Nachdem man die Fahrt begonnen hat, ist Trojmezí (Gottmansgrűn), die älteste Siedlung in dieser Region, in der die Grenzen von Sachsen, Bayern und der Tschechischen Republik aufeinandertreffen, einen ersten Halt wert. Zwei Kilometer hinter Trojmezí beginnt der Kolonnenweg entlang des ehemaligen Signalzauns. Hier befindet sich noch eine alte befestigte Stellung der Grenzposten.

Weiter fährt man von Aš nach Cheb (Eger), kommt dabei an der Grenzkontrollstelle Libá/Dubina vorbei und folgt den Markierungen des Tschechischen Tourismusvereins. Entlang der Straße befindet sich eine Vielzahl von historischen Grenzsteinen. Nahe der Grenzkontrollstelle in Pomezí am Zelené Hory (Grünberg) erblickt man einen restaurierten steinernen Aussichtsturm, dessen Aussicht für den Aufstieg belohnt. Wieder auf dem Rad setzt man die Fahrt mit Ziel Cheb fort und kommt zur ehemaligen Grenzkontrollstelle Svatý Kříž (Waldsassen), wo auf der tschechischen Seite 2006 das "Denkmal für die Opfer des Eisernen Vorhangs" errichtet wurde, das an 82 Todesopfer erinnert.

Die Route führt nun auf der deutschen Seite bis Bayrisch Eisenstein (Železná Ruda), wo wieder die Grenze überschritten wird und man entlang der Moldau bis Vyssi Brod radelt, wo man nach Österreich fährt und dort den Kamp-Thaya-March-Radweg benutzt. Von Kunšach geht es nach Norden zum Naturschutzgebiet Draice am gleichnamigen Fluss. Im Tal von Draice befanden sich früher die größten Eisenwerke von Böhmen. Der Kolonnenweg verläuft weiter nach Nová Huť und von dort nach Přední Maršovina, wo noch ein früheres Gebäude der Grenztruppen vorhanden ist, das jetzt als Pension genutzt wird. Nördlich des Staňkovský-Teichs, nahe des Grenzübergangs Chlum u Třeboně, lädt ein Wildpark zum Besuch ein. Auf der Nordseite des Parks ist noch das Originaltor der Grenzsicherungsanlagen erhalten.

Der nächste interessante Haltepunkt befindet sich südlich des Dorfes Artole: Hier steht ein Aussichtsturm, den früher die Grenztruppen benutzten. Ein weiteres Stück Geschichte findet man wenig später auch am Ortsrand von Čížov, wo ein gut erhaltenes Teilstück des Kolonnenwegs inklusive Stacheldrahtzaun und einem Wachturm zu sehen ist. Vom Grenzübergang Mikulov/Drasenhofen führt der Radweg nach Osten an einer Bahnstrecke entlang, vorbei am Grenzübergang Valtice/Celnice und den erhaltenen Gebäuden der Grenztruppen. Im Rotwildpark Soutok kann man den pragmatischen Umgang mit der Vergangenheit bewundern: Die Einzäunung der Tiere besteht hier zum Teil noch aus Elementen des Eisernen Vorhangs. Weiter südlich erreicht man nach vierzehn Kilometern schließlich den Zusammenfluss der Flüsse Morava und Thaya, wo der tschechische Teil des früheren Eisernen Vorhangs endet.

Der Stacheldraht hat ausgedient an der slowakischen Grenze

Nun erreicht man den slowakischen Teil dieser Etappe. Er stellt mit nur etwa 90 Kilometern ein relativ kleines Teilstück der Gesamtroute dar, ist aber dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten und seines malerischen Verlaufs neben Flüssen einen Tritt in die Pedale wert. Die Route führt zunächst entlang des Flusses March. Nach wenigen Kilometern entdeckt man am Wegesrand bereits die ersten historischen Zeugnisse: Eine gut erhaltene komplexe Verteidigungsanlage aus insgesamt etwa 100 Bunkern und Festungen zieht sich entlang der Schwemmwiesen. Die Tschechoslowakei hatte diese in den 1930er Jahren zur Verteidigung gegen Hitler-Deutschland gebaut.

Anschließend erwartet das reizvolle Landschaftsschutzgebiet Záhorie den Radler. Auf mehreren Dutzend Kilometern verläuft der Weg durch ein meist flaches Gebiet aus Auwäldern und Wiesen. Durch Wälder geht es weiter, vorbei an den pittoresken Ortschaften Moravský Svätý Ján und Hohenau, dessen Burg schon gegen den Einfall der Türken Schutz bot. Dabei kommt man auch an einer ehemaligen Kaserne der Grenztruppen vorbei. Entlang des Malolevarsky-Kanals und des Baches Lakšársky Potok radelt man bis in den kleinen Ort Malé Leváre. Hier sind erneut Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen: Nach dem Vorbild der Maginot-Linie wurde eine Verteidigungslinie mit mehreren Bunkern errichtet.

Anschließend verläuft der Radweg durch ausgedehnte Wälder, am Straßenrand sind teilweise noch Straßensperren aus Beton und Knäuel aus Stacheldraht als Zeugen der Vergangenheit erhalten. Nächster Haltepunkt ist Suchohrad, das zur Zeit der kommunistischen Herrschaft als ein "Ort ohne Entwicklungsperspektive” galt. Deshalb wurden dort weder Neubauten noch Neuansiedlungen erlaubt und Fremde mussten umgehend gemeldet werden. Das gleiche Schicksal traf Záhorská Ves, den westlichsten Ort der Slowakei, der heute wie ein Freilichtmuseum der kommunistischen Ära erscheint.

Über Vysoká, wo im Kalten Krieg der Stacheldraht die Gärten der Menschen teilte, radelt man neben den Resten des Stacheldrahtzauns vorbei in Richtung der slowakischen Hauptstadt Bratislava durch das Schutzgebiet March-Schwemmland, einem der kostbarsten der Slowakei. Dabei sieht man auch die historische Burg Devín, ein nationales Kulturdenkmal aus der Zeit der Römer. Unweit davon steht ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Herrschaft. Im Folgenden verläuft der Radweg entlang der Donau, zwischen den Hängen des Kleinkarpaten-Gebirges hindurch in die Vororte von Bratislava bis zum österreichisch-slowakischen Grenzübergang Petržalka. Schließlich erreicht man die Hauptstadt Bratislava, die vor allem wegen ihres historischen Zentrums einen Besuch wert ist. Das Ende dieser Etappe des Europa-Radwegs Eiserner Vorhang liegt im ungarisch-österreichisch-slowakischen Grenzdreieck, wo sich zur Zeit des Kalten Krieges großflächigere Kasernenkomplexe befanden.

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Ungarn, Österreich und Slowenien

Der ungarische Teil vom Europa-Radweg Eiserner Vorhang beginnt im Dreiländereck mit Österreich und der Slowakei. Hier locken vor allem kulturelle Angebote, wie der Skulpturenpark mit Werken österreichischer, slowakischer und ungarischer Künstler nahe der Ortschaft Rajka und der Ort Bezenye, der aufgrund seines multinationalen Charakters einen Besuch wert ist. Seine drei Namen - ein ungarischer, ein kroatischer und ein deutscher - zeugen bis heute von seiner bewegten Vergangenheit.

Hat man das Dreiländereck hinter sich gelassen, radelt man durch reizvolle Landschaften mit zumeist kleinen Orten, die vor allem historisch von Interesse sind, wie beispielsweise Jánossomorja mit seiner Kirche im Barockstil und deren wertvollen Altarbildern. Eine außergewöhnliche Sehenswürdigkeit wartet im einige Kilometer entfernten Fertőd. Im Herzen des Ortes steht das Schloss Esterházy, das bisweilen auch als "ungarisches Versailles" bezeichnet wird. Einige Kilometer weiter westlich kann man einen Ort besuchen, der im Kalten Krieg eine besondere Rolle gespielt hat: Sopron. Hier bekam der Eiserne Vorhang erstmals Löcher, als am 27. Juni 1989 der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn gemeinsam den Grenzzaun durchschnitten. Im August desselben Jahres wurde an gleicher Stelle ein Grenztor zwischen Österreich und Ungarn beim Paneuropäischen Picknick symbolisch geöffnet. Weiter geht es von dort aus nach Hegykő, wo bekannte Thermalbäder locken. Anschließend radelt man entlang der Grenze durch Ortschaften, die vor allem für geschichtsinteressierte Radler einen Stopp lohnen. Bauwerke wie das Barockschloss in Peresznye bieten spannende Einblicke in die wechselhafte Vergangenheit der Region. Einen Ausflug in die Natur hingegen bietet das Naturschutzgebiet Kőszeg, dessen Schönheit zahlreiche Maler und Komponisten inspirierte. Wieder auf den Spuren der Vergangenheit wandelt man, wenn man dem Radweg weiter folgt und in der Ortschaft Bozsok das römische Aquädukt anschaut. In Horvátlövő hingegen, dessen Namen bereits einen Hinweis auf die Anwesenheit vieler Kroaten gibt, sollte man besonders das Kriegsdenkmal in der Ortsmitte ansehen, das an den Vertrag von Trianon aus dem Jahre 1920, an die Opfer beider Weltkriege und die Revolution von 1956 erinnert.

Weiter geht die Fahrt zwischen Felder und Wiesen Richtung Westen, durch das Gebiet um den Fluss Rába (Raab), das zum Őrségi-Nationalpark gehört und sowohl bei Anglern als auch bei Anhängern des Rafting bekannt ist. Historische Bedeutung erlangte der Ort 1664, als die Türken erfolgreich bekämpft wurden.

Anschließend führt der Europa-Radweg weiter südlich bis zur Grenze mit Slowenien. In der Ortschaft Szalafő lohnt sich besonders ein Abstecher in das regionale Freilichtmuseum. Kunstkenner dürften anschließend bei einem Besuch des Ortes Velemér auf ihre Kosten kommen. Die Kirche im spätromanisch-frühgotischen Stil aus dem 13. Jahrhundert ist durch ihre Fresken aus der Hand von Aquila János berühmt.

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Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien

Entlang der Donau, dem rumänisch-serbischen Grenzfluss

Man lässt nun Slowenien hinter sich und fährt weiter entlang der Grenze zwischen Ungarn und Kroatien. Ein interessantes Industriedenkmal ist der Ort Bázakerettye, der die Wiege der Ölindustrie war. Ein Denkmal sowie ein Museum erinnern an die erste Erdölbohrung im Jahr 1935. Einige Kilometer weiter kann man im kleinen Ort Miklósfa die 1898/99 erbaute katholische Kirche, ein Prachtbeispiel neugotischer Architektur, sowie das 1994 errichtete Kriegsdenkmal zur Erinnerung an die Opfer beider Weltkriege besichtigen. Weiter südlich durchquert man das Gebiet des Donau-Drau-Nationalparks, ein bei Natur- und Sportfreunden beliebtes Gebiet, und erreicht Mohács, wo sich eine der größten historischen Tragödien Ungarns abspielte, als türkische Truppen mit der Schlacht von Mohács 1526 die Besetzung des Landes einleiteten. Die Fahrt geht weiter über zahlreiche kleine Dörfer, die, wie zum Beispiel Bácsalmás, oftmals über Dorfmuseen oder lokale Ausstellungen verfügen.

Der Radweg verläuft weiter durch den so genannten Gedenkwald, ein 1944 geschaffenes Naturschutzgebiet, und nähert sich der Grenze zu Rumänien. Bevor man diese jedoch erreicht, lohnt ein Halt in Röszke, wo sich ein Relief des ehemaligen Ministerpräsidenten Imre Nagy befindet. Schließlich erreicht man Szeged, die letzte Stadt vor der Grenze zu Rumänien. Sie ist ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Neben zahlreichen sehenswerten Bauten locken die Plätze im Herzen der Stadt sowie der berühmte Reök-Palast, ein typisches Beispiel des so genannten "ungarischen Jugendstils", die Besucher.

Bei der Ortschaft Makó erreicht man schließlich die Grenze zwischen Ungarn und Rumänien. Von hier geht es nun entlang der serbisch-rumänischen Grenze weiter bis zur Grenze zwischen Serbien und Bulgarien, dem Startpunkt der letzten Etappe des Radweges. Nächstes Etappenziel dieses Abschnitts ist die serbische Stadt Kikinda, die etwa 60 Kilometer südlich nahe der Grenze zwischen Serbien und Rumänien liegt. Die 42.000 Einwohner zählende Stadt verfügt über zahlreiche sehenswerte Kirchen, das sehr beliebte, ganzjährig spielende Nationaltheater und ein reges Stadtleben.

Über Žitište und Vršac führt die Route weiter Richtung Süden, wobei einige Steigungen bis auf maximal 650 Höhenmeter zu meistern sind. Belohnt wird man für die Anstrengungen jedoch durch den Blick auf herrliche Landschaften und ausgedehnte Weinberge, die den Weg säumen. Auf der Fahrt von Bela Crkva nach Berzasca an der Donau geht es weiter auf fast verkehrsleeren Straßen, dafür fordern jedoch erneut Steigungen mit bis zu 12 % Gefälle die Kondition der Radler. Belohnung winkt auf der anderen Seite des Berges, wo man die eben bewältigten Höhenmeter nun wieder hinabrollen kann.

Man überquert die rumänische Grenze und anschließend man folgt für einige Kilometer dem Lauf der Donau und der serbisch-rumänischen Grenze. Bis zum Staudamm Đerdap 1 bleibt man noch auf rumänischer Seite, wobei man zwischendurch immer wieder von Ausblicken auf wunderschöne Landschaften überrascht wird. Man durchquert einige nun wieder steiler werdende Donauhänge, bevor man erneut die Grenze überquert, diesmal jedoch nach Serbien.

Zwischen den Kontrollstellen kann man in aller Ruhe auf dem 1964 bis 1972 entstandenen Staudamm mit seinen zwei Wasserkraftwerken und zwei Schleusen entlang radeln und den Blick auf die Donau genießen. Entspannt wird man auf serbischer Seite abgefertigt, und nach der Fahrt am rumänischen Ufer der Donau folgen nun wieder viele Kilometer Strecke in der Republik Serbien. Zunächst geht es links ab in Richtung Niš und Kladovo, dann weiter nach Negotin, dem Bogen der Donau folgend. Auf autofreien Straßen rollt man Richtung Negotin, einer kleinen Stadt mit 18.000 Einwohnern, die im 19. Jahrhundert nach der serbischen Revolution zu einem modernen Zentrum für Bildung und Wirtschaft wurde. Statt nun auf der Hauptstraße zu fahren, gönnt man sich einen kleinen Umweg und wählt die ruhigen kleinen Straßen von Dorf zu Dorf. Dabei erreicht man schließlich nahe Zaječar die Grenze zu Bulgarien und damit das Ende der Balkan-Etappe vom Europa-Radweg Eiserner Vorhang.

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Bulgarien, Serbien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Griechenland und die Türkei

Die letzte Etappe vom Europa-Radweg Eiserner Vorhang führt zum Endpunkt des gesamten Radweges: der Küste des Schwarzen Meeres, wo die verdiente Erholung wartet. Der Etappenstartpunkt liegt an der serbisch-bulgarischen Grenze nahe Knjaževac, von wo aus es durch ruhige Gegenden und eine beeindruckende landschaftliche Kulisse Richtung Dimitrovgrad geht.

Über den beliebten Kurort Kjustendil geht es weiter Richtung Süden. Zum Dreiländereck von Bulgarien, Serbien und der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien sind es von dort aus nur 27 Kilometer Luftlinie. Westlich erhebt sich das Osogovo-Gebirge bis auf über 2.000 Meter. Von Kjustendil führt der Weg weiter Richtung Blagoevgrad. Auf der Fahrt Richtung Osten sind am Horizont bereits die Ausläufer des Rila- Gebirges zu sehen und ein kleines Stück hinter der Ortschaft Nevestino überquert man die 100 Meter lange Kadin Brücke über den Fluß Struma. Diese Brücke ist ein historisches Monument, das orientalische und mitteleuropäische Elemente mit Einflüssen der Renaissance verbindet. Die Wurzeln der Brücke gehen bis ins Jahr 1470 zurück.

Vom Fluss aus geht es über die Ortschaft Dragodan weiter bis in die Universitätsstadt Blagoevgrad, die das Zentrum im Südwesten Bulgariens ist und unter anderem die Amerikanische Universität in Bulgarien beherbergt. Die Stadt entstand aus der alten thrakischen Siedlung Skaptopara und entwickelte sich Mitte des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Handels- und Gewerbezentrum.

Im weiteren Verlauf führt die Route anschließend auf das Gebiet der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien. Bei Delcevski Prohod, 1085 Meter hoch, überquert man die Grenze. Weiter geht es durch ein weites Tal Richtung Berovo. In einiger Entfernung kann man den 1536 Meter hohen Berg Golak ausmachen. Nahe Berovo lohnt der gleichnamige See einen Halt.

Durch Felder und Wiesen geht es gen Süden, in Richtung der Stadt Strumica. Dabei sind einige Steigungen zu bewältigen, doch schlängelt sich die Straße malerisch durch die Berge und bietet außergewöhnliche Ausblicke. Doch Achtung: Auch der 1.167 Meter hohe Prevedena-Pass muss bewältigt werden. In Strumica schließlich wird man überrascht sein von der Lebendigkeit des Ortes - nach dem eher beschaulichen Berovo. Die Region ist historisch von großer Bedeutung, denn bereits 7.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung existierten hier erste Ansiedlungen.

Willkommen in einem anderen Kulturkreis - ein Abstecher in die Türkei

Auf der Weiterfahrt nach Petric erreicht man wieder bulgarischen Boden, die Route führt nun zunächst durch eine grüne Tiefebene. Zur Rechten erhebt sich das Belasica Gebirge, auf der linken Seite die Berge von Ograzden. Die bulgarische Stadt Petric am Fuße der Belasica-Bergkette war im Mittelalter eine wichtige Festung im Kampf gegen Byzanz, heute ist sie ein Zentrum für die Verarbeitung von Tabak, Obst und Gemüse.

Wer auf der Suche nach Abenteuern ist, kann im Anschluss auf der Fahrt nach Goce Delchev auf seine Kosten kommen: Man fährt durch verlassene Dörfer und Landschaften und legt einige Höhenmeter zurück. Wer es lieber beschaulich mag, kann auch eine Alternativroute nehmen. Goce Delchev liegt eingerahmt von den massiven Bergketten in einem länglichen Tal. Über von Kiefernwäldern gesäumte Wege fährt man weiter Richtung Dospat. Hier befindet man sich im pomakischen Land, der Region der bulgarisch sprechenden Moslems. Dospat schmiegt sich an einen Hang und das Minarett einer Moschee ragt zwischen Hochhäusern hinaus. Weiter geht es über Smoljan und Zlatograd, die südlichste im Rhodopengebirge gelegene Stadt Bulgariens. Nachdem man auch Ivajlovgrad hinter sich gelassen hat, führt der Radweg nun zunächst auf griechisches Territorium, vorbei an der mit ihren hellen, gepflegten Gebäuden und Gärten sehenswerten Stadt Petrotá, um den Radler anschließend in die Türkei zu bringen. Der Unterschied zu den vorherigen Städten entlang der Etappe macht deutlich: Hier beginnt ein anderer Kulturkreis!

Es folgt nun ein spannender Abschnitt auf dem Weg von Edirne nach Kırklareli. In einem nördlichen Bogen führt die Route zurück Richtung Bulgarien, bis man nahe Malko Tarnovo wieder die Grenze überquert. Auf dem letzten Abschnitt folgt man schließlich den Ausschilderungen bis nach Carevo. Damit erreicht man den Endpunkt vom Europa-Radweg Eiserner Vorhang, der den Radler für die ganzen Anstrengungen belohnt.Denn hier, wo sich das Wasser schneller als an anderen Stellen der bulgarischen Schwarzmeerküste erwärmt, kann man entspannt das Strandleben genießen.

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